Ceramic Creutzfeldt in Überlingen am Bodensee
 
   

Dolmetscher

Besonders während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und dem G-8-Gipfel in Heiligendamm waren Konferenzdolmetscher in aller Munde. Doch nicht nur bei solch großen, politischen Veranstaltungen werden Konferenzdolmetscher benötigt. Auch kleine und mittelständische Unternehmen organisieren Workshops, Besprechungen oder Tagungen, auf denen für ein internationales Publikum gedolmetscht wird. Da immer mehr Unternehmen international ausgerichtet sind, steigt auch der Bedarf an Konferenzdolmetschern. Allerdings ist der Beruf des Konferenzdolmetschers nicht geschützt, d.h. jeder darf seine Dolmetschdienste anbieten, ob er dafür qualifiziert ist oder nicht. Deswegen ist es für einen Kunden besonders wichtig, auf eine entsprechende Qualifikation zu achten. Entweder ein Dolmetscher kann einen Abschluss eines einschlägigen Ausbildungsinstituts (z.B. der Universität Heidelberg, Berlin o.ä.) vorweisen oder er ist Mitglied in einem Berufsverband. Um dort aufgenommen zu werden, muss man eine entsprechende Qualifikation und, als Vollmitglied, auch eine bestimmte Anzahl an absolvierten Dolmetschtagen vorweisen. Das garantiert, dass der Konferenzdolmetscher auch eine qualitativ hochwertige Leistung erbringen kann.
Doch nicht nur die Ausbildung und natürlich die Sprachkenntnisse sind wichtig. Um gut dolmetschen zu können, ist eine umfangreiche Einarbeitung in das zu dolmetschende Thema von großer Bedeutung. Deswegen benötigt der Dolmetscher Vorbereitungsmaterial, um sich nicht nur die fachspezifischen Termini, sondern vor allem auch Hintergrundkenntnisse zum Thema aneignen zu können. Denn je mehr der Dolmetscher vom Thema weiß, umso schneller kann er verstehen, was der Redner meint. D.h. er hat mehr Kapazitäten frei, das Gehörte in die andere Sprache zu übertragen.
Das Dolmetschen ist eine sehr anstrengende Tätigkeit, weswegen Konferenzdolmetscher immer im Team arbeiten und sich halbstündlich abwechseln. Das gilt besonders für das Simultandolmetschen. Dabei sitzen beide Dolmetscher in einer schalldichten Kabine und hören über Kopfhörer, was der Redner sagt. Die Simultandolmetscher selbst sprechen auch in ein Mikrofon, so dass die Zuhörer das Gesagt empfangen können.
Beim Konsekutivdolmetschen wird eine Rede abschnittsweise in die Zielsprache übertragen. Der Dolmetscher notiert das Gesagt mit und gibt es dann später in der anderen Sprache wieder. Wegen des hohen Zeitaufwands eignet sich diese Art des Dolmetschens aber nur für einige wenige Veranstaltungen, z.B. für Festreden o.ä. Bei allen anderen Veranstaltungen wird das Simultandolmetschen meistens bevorzugt.
Entgegen der verbreiteten Meinung, Konferenzdolmetscher würden viele Sprachen fließend sprechen, konzentrieren sich die meisten Dolmetscher nur auf ihre Muttersprache und eine weitere aktive Fremdsprache, d.h. eine Fremdsprache, in die auch gedolmetscht wird, da es schwierig ist, gleich mehrere Fremdsprachen auf so hohem Niveau zu halten, dass man eine gute Dolmetschleistung abliefern kann. Gerade Englisch ist sehr nachgefragt, aber auch Dolmetscher mit Französisch, Spanisch und Portugiesisch arbeiten meist nur mit dieser Sprache. Nur bei der EU wird ausschließlich aus mindestens 3 Fremdsprachen in die Muttersprache gedolmetscht.